Warnung vor der Nutzung von Vertragsmustern aus dem Internet und selbstgemachten Verträgen

Bei der Ausfertigung von Verträgen für ihre Mandanten gehen viele Anwälte von ihren eigenen Mustern aus, die sie im Laufe ihrer langjährigen Praxis ausgestaltet und perfektioniert haben. Auch deshalb lohnt es sich, Geld und Zeit zu investieren und mit der Ausarbeitung Ihrer privaten und geschäftlichen Verträge einen Anwalt zu beauftragen, anstelle ein Muster aus dem Internet zu kaufen oder herunterzuladen oder einen Vertrag sogar ganz alleine auszufertigen.

Es gibt zahlreiche Gründe, warum das Hinzuziehen eines Anwalts eine gute Idee ist. Erstens unterscheiden sich die Einzelpersonen und Firmen in ihren Prioritäten, Zielen und Vorstellungen, die gemeinsam ein einzigartiges Profil eines jeden solchen Subjekts ergeben. Die Referendarin aus der Anwaltskanzlei Gillan & Veldhuizen, Alex Townsend, meint, dass „Vertragsmuster aus dem Internet ähnlich wie z. B. eine universelle Größe in der Modewelt funktionieren, während ein professionell ausgefertigter individueller Vertrag wie maßgeschneiderte Kleidung für einen konkreten Anlass ist“.

Im ersten Fall können nicht die spezifischen Bedürfnisse der entsprechenden Firma oder Person einfließen, was dazu führen kann, dass irrelevante Vertragsbedingungen eingeschlossen, insbesondere aber wichtige Bestimmungen weggelassen werden, die verschiedene rechtliche Schlupflöcher entstehen lassen können. Im Falle jeglicher späterer Streitigkeiten können die Folgen katastrophal und auch sehr kostspielig sein. Die Nutzung von Mustern aus dem Internet ist daher ein schlechter Rat, da vage und nicht eindeutig formulierte Standardverträge die Rechte der Parteien, denen sie vermeintlich dienen, kaum schützen und durchsetzen können.

Alex Townsend verweist weiter darauf, dass sich Menschen ohne juristische Ausbildung ihrer gesetzlichen Rechte und Pflichten auch nicht immer voll bewusst sind und sich an den Gesetzen und den mit ihnen verbundenen Änderungen und Nuancen, die für die konkrete Legislative und Vorschriften gelten, allgemein nicht orientieren. Diese Änderungen können auch Online abrufbare Vertragsmuster betreffen, die im Einklang mit den Novellen der entsprechenden Vorschriften konsequent aktualisiert sein können, aber auch nicht sein müssen.

So muss z. B. ein eine Kredittransaktion enthaltender Vertrag den geltenden Bestimmungen des Kreditgesetzes (einschließlich der mit ihm verbundenen Vorschriften) gerecht werden. Rücksprache mit einem im Handelsrecht kundigen Anwalt mit großen Erfahrungen in der Ausfertigung von Verträgen kann Kosten für potentielle Streitigkeiten ersparen, die durch das Unverständnis des Rechts und seiner Anforderungen anfallen können.

Verträge sind kurzum wichtige Dokumente zur Regelung der Beziehungen unter den Parteien, die Folgen von falsch aufgesetzten und erfüllten Verträgen können daher sehr schwerwiegend sein. Auch wenn die Dienste eines Anwalts teuer erscheinen können, so senkt eine solche Fachberatung doch das Risiko der Entstehung künftiger Rechtsvertretungskosten.

Zur Veranschaulichung – ein durchschnittliches Lehrbuch zum Vertragsrecht umfasst mehr als 1000 Seiten und verweist direkt auf weitere tausende von Seiten Fallstudien und relevanter Gesetzgebung. Das Ignorieren der Regel, dass Verträge als Dokumente mit Rechtsfolgen professionelle Anwälte kontrollieren oder direkt ausfertigen sollten, kann fatal sein.

Alex Townsend rät: „Bei der Vertragsvorbereitung ist es ratsam und praktisch, juristischen Rat zu Hilfe zu ziehen und Geld und Zeit in dessen Ausfertigung oder Kontrolle durch einen Anwalt zu investieren, da nur so die Rechte der einzelnen Parteien ordentlich Berücksichtigung finden können und der Einklang mit den Rechtsvorschriften sichergestellt wird, alles zum Vorteil und zum Schutz der beteiligten Parteien.“

https://www.gvinc.law.za/be-warned-a-warning-against-using-online-templates-and-diy-contracts/